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ACDC Blitz
AC / DC
ACDC Blitz

Es ist der Traum eines jeden jungen Musikers: die Schule hinschmeißen, eine Band gründen und auf große Welttournee gehen. Die Brüder Malcolm Mitchell Young (geboren am 6. Januar 1953) und Angus McKinnon Young (geboren am 31. März 1955) träumen davon schon seit frühester Kindheit - schließlich stammen sie aus einem musikalischen Haushalt. Ihre Eltern gehen im schottischen Glasgow zwar normalen Brotberufen nach, allerdings spielt jedes Kind zumindest ein Instrument. Die wesentlich ältere Schwester Margaret bringt die Dreikäsehochs zusätzlich mit Beat-Musik in Berührung, was einen starken Eindruck auf die Bande (zu der auch noch Bruder George, Jahrgang 1947 gehört) gemacht haben muss. Vielleicht wären die Youngs unter anderen Umständen ernsthafte Konkurrenten für die in südlich durchstartenden Beatles geworden, doch das Schicksal will es anders.
Die wirtschaftliche Situation in Schottland ist auch mehr als zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg dramatisch: Selbst Gelegenheitsjobs bekommt man nur schwer. Bevor die ganze Blase verhungert, entscheiden sich die Youngs 1963 zu einem gewaltigen Schritt: Im Rahmen eines staatlich geförderten Programms wandern sie mit ihren Kindern nach Australien aus, wo zu dieser Zeit händeringend Arbeitskräfte aus dem Ausland gesucht werden.

Erste Wurzeln Bearbeiten

Eeasybeats

Die Easybeats feiern erste Erfolge.

ACDC Logo first

Das erste Logo der Band.

Der älteste Sohn Alexander Young, der sich später in George Alexander umbenennt, bleibt in Großbritannien. Dort spielt er als Sänger und Gitarrist bei der Band The Bobby Patrick Big Six, mit denen er Mitte der Sechziger mehrfach auftrat.

,,Australien interessiert mich einen Scheiß´´ soll Angus schon als Jugendlicher gesagt haben. Die beiden Brüder schmeißen früh die Schule und jobben als Pförtner oder Mechaniker. Daneben spielen sie in eigenen Bands Malcolm zockt bei Velvet Underground Cover-Versionen von T.Rex und anderen, während Angus bei Kantuckee rockt. Schon in dieser Teenie-Zeit kristallisieren sich die Vorlieben heraus: Malcolm hockt in seinem Zimmer und schraubt an Riffs, während sich Angus mit Gitarren-Soli abmüht. Obwohl (oder weil) sie sich so ähnlich sind, wollen sie nicht gemeinsam in einer Band spielen. Doch im Herbst 1973 siegt die familiäre Bande über die Bedenken. Als Malcolm und Angus merken, dass sie mit ihren Combos nicht weiterkommen, beschließen sie, etwas neues zu versuchen.
AC/DC sind geboren.

Wechselspiele Bearbeiten

ACDC Rob Bailey Angus Young Malcolm Young Dave Evans Peter Clack

Nach etlichen Line-up-Wechsel spielen 1974 (v.l.n.r.) Dave Evans, Rob Bailey, Malcolm Young, Peter Clack, Angus Young.

ACDC live 74

Ein frühes Konzert im Jahre 1974.

Schwester Margaret dürfte der Motor dieser Vereinigung gewesen sein: Sie schlichtet Streits zwischen den beiden Hitzköpfen. Außerdem ist sie der Meinung, Angus sähe in seiner alten Schuluniform der Ashfield High School so süß aus, dass er sie unbedingt auf der Bühne tragen müsse. Allerdings hat der jüngste Young-Spross ohnehin einen Verkleidungstick - mit seiner Band Kantuckee und auch Jahre später mit AC/DC tritt er unter anderem als Gorilla und Supermann auf. Um nicht völlig lächerlich zu wirken, macht sich Angus für die Presse sechs Jahre jünger, was jedoch schnell auffliegt. Da Anfang der Siebziger ungewöhnliche Klamotten ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZaber durchaus üblich sind, stört das Image nicht weiter.
Um mit ihrer Band die Welt zu erobern, müssen sich der 20-jährige Malcolm und sein 18-jähriger Bruder jedoch zunächst auf die Suche nach Mitstreitern begeben. Via Zeitungsannonce finden sie den etwas älteren Sänger Dave Evans und Schlagzeuger Colin Burgess. Außerdem mit dabei: der 19-jährige Multiinstrumentalist Larry Van Kriedt, ein Kumpel von Angus, dessen Eltern vier Jahre zuvor aus den USA nach Australien gezogen sind. Er greift bei AC/DC zum Bass. Damit steht die Ur-Besetzung von AC/DC - und die hat es eilig: Obwohl erst im November 1973 zu einer richtigen Einheit verwachsen, geht es bereits am 31.12.1973 zum ersten Mal auf die Bühne. Ort des Geschehens ist der Chequers Club in Sydney. Das Programm besteht in erster Linie aus Cover-Versionen. Unter anderem auf dem Programm: Nummern von den Beatles, den Rolling Stones und Chuck Berry. Dazu kommen ein paar Stücke aus Malcolms Feder. Der Besitzer des Schuppens ist von den Jungs, die als erste von drei Bands auftreten, sofort angetan und lässt sie in den darauf folgenden Wochen noch einige Male auftreten. Auch andere Club-Besitzer aus Sydney und Umgebung geben der wilden Bande eine Chance, und so tingelt das Quintett durch die Clubs. Allerdings erweist sich das Line-up in den ersten Wochen als sehr instabil: Burgess fliegt raus, weil er sich vor einer Show so zulaufen hat lassen, das George Young, der in dieser Zeit wieder an verschiedenen Instrumenten aushilft, einspringen muss. Der Drummer bestreitet bis heute seine Schuld und erklärt seinen Ausfall, dass ihm jemand etwas in den Drink gekippt haben muss.
Der Band reicht es dennoch und so übernimmt zunächst Rob Carpenter die Trommeln, doch er wird rasch durch Russel Coleman ersetzt. Beide sind nur Übergangslösungen, die nicht mehr als ein paar Tage oder Wochen im Proberaum in der ersten Etage eines Gebäudekomplexes im Ortsteil Newton bleiben durften.
Malcolm Young, der die Zügel bereits fest in der Hand hält, findet schließlich eine Rhythmusgruppe, die nicht nur eigene PA-Anlage, sondern auch einen Truck besitzt: Noel Taylor (Schlagzeug) und Neil Smith (Bass) von der Band Jasper. Mit ihnen kann die Band professioneller agieren also wird Van Kriedt geopfert. Streit gibt es deswegen allerdings nicht: 1975 kehrt er aushilfsweise zurück und startet später selbst eine erfolgreiche Karriere als Jazzmusiker.
Da AC/DC ihren Proberaum verloren haben, üben die Fünf im Hause der Youngs - allerdings nur mit akustischen Instrumenten. Pro Woche reißt die Band zwei bis drei Gigs ab - aber musikalisch will es nicht so recht klappen. Nach acht Wochen sind die beiden raus. Peter Clack (Schlagzeug) und Robert Bailey (Bass) übernehmen.

Bon an Bord Bearbeiten

Can I Sit... Platte

Can I Sit Next to You Girl (B-Seite)

Bon Scott neuer Sänger

Der neue Sänger: Bon Scott.

In dieser Besatzung wird der nächste große Schritt getan: Die Aufnahme einer Single. Die Band entert Anfang 1974 ein Studio in Sydney und verewigt die Stücke Can I Sit Next To You Girl und Rockin' In The Parlour. Als Produzenten fungieren George Young und sein Easybeat-Kollege Harry Vanda, die Single erscheint im Luli 1974 bei Albert Productions - allerdings nur in Australien und Neuseeland. Der Erfolg bleibt überschaubar, außerdem ist der ausgehandelte Plattenvertrag für die Band eher ungünstig. Malcolm und Angus lassen sich jedoch nicht beirren und arbeiten weiter an ihrem Traum. Gigs im Vorprogramm von Lou Reed sind ein wichtiger Schritt. Außerdem entsteht im Last Picture Show Theater in Carnulla ein Clip zu Can I Sit Next To You Girl. Das Video ist heute noch im Internet zu finden.
Doch innerhalb des Band Gefüges zeigen sich schon wieder Risse: Dieses Mal ist Frontman Dave Evans betroffen. Obwohl die Band noch am Anfang steht erlaubt sich der Waliser Starallüren. Immer wieder weigert er sich, seinen Job zu machen. Fest zugesagte Auftritte platzen oder werden mittendrin abgebrochen. Außerdem gilt er als streitlustig. Die Young-Brüder schauen sich das ganze eine Weile an und entschließen sich im September 1974 zum Handeln - Evans bekommt die Papiere. Die Planungen, ein Album aufzunehmen, liegen erstmal auf Eis. Stattdessen heißt es suchen, denn ein neuer Sänger muss her.
Im Umfeld von AC/DC treibt sich seit längerer Zeit ein Mann herum, der für diesen Job gut geeignet erscheint, auch wenn er etwas älter ist als der Band-Durchschnitt. Sein Name: Ronald Bon Belford Scott (*9. Juli 1946). Der Musiker, der seine Karriere Mitte der Sechziger bei Bands wie The Spektors und The Valentines als Schlagzeuger begann und - genau wie die Young-Brüder - aus Schottland stammt, passt perfekt zu AC/DC.
Nachdem Scott seine letzte Band Fraternity, die sich zwischenzeitlich in Fang umbenannt hatte, Ende 1973 verlässt und Anfang 1974 einen schweren Motorradunfall übersteht, sucht er eine neue Band, in der er seiner Leidenschaft für Blues und Rock frönen kann. Sein lyrisches Talent, seine von Whisky und Zigaretten angeraute Stimme und nicht zuletzt der Wahnsinn, der dezent in seinen Augen glitzert, machen ihn nach ersten Zweifeln zum perfekten Kandidaten für die Young-Brüder. Eine gemeinsame Jam-Session macht klar: Der Mann soll es sein.
Scott, der zehn Jahre vor den Youngs mit seinen Eltern in Australien angekommen ist, wird gleich ins kalte Wasser geworfen. Wenige Wochen nach seinen Einstand sind AC/DC für eine Einzel-Show im Vorprogramm von Black Sabbath gebucht. Doch Scott besitzt genug Erfahrung um diese Klippe zu meistern. Mit Fraternity ist er bereits in Europa auf Tour gewesen und hat zudem einige Albumaufnahmen auf dem Buckel. Zwar konsumiert er enorme Mengen an Alkohol, ist aber - anders als sein Vorgänger - Profi genug, um sich auf der Bühne nichts anmerken zu lassen. Mit dem Club-Besitzer Michael Browning findet die Band zudem endlich einen Manager, der diesen Namen verdient (vorher hatten Kumpels von Malcolm diesen Job erledigt), und so steht der Aufnahme des Debütalbums nichts mehr im Weg.

Unter Strom Bearbeiten

ACDC 1975

Das neue Line-up der Band ab Februar 1975: (v.l.n.r.) Mark Evans, Angus Young, Bon Scott, Phill Rudd und Malcolm Young.

Trotz der vielen Auftritte schwimmen AC/DC nicht gerade im Geld. Aus diesem Grund müssen sie High Voltage in mehreren Nachtschichten aufnehmen, da das Studio am Tag nicht bezahlbar ist. Die acht Stücke, die so entstehen, stammen vornehmlich aus der Feder von Angus und Malcolm Young, Bon Scott leistet aufgrund seiner kurzen Band-Zugehörigkeit nur einen kleinen Beitrag. An den Reglern sitzen natürlich George Young und Harry Vanda.


Der an einer solchen Stelle fast schon übliche Kommentar, dass das Debut bei den Fans wie eine Bombe einschlägt, wäre im Fall von AC/DC fehl am Platze. Zwar ist das immense Talent der Combo auf dem Album bereits zu erahnen, allerdings fehlt in vielen Liedern der letzte Pfiff. Nummern wie das überlange You Ain't Got A Hold On Me oder Show Buisness sind zwar nette Blues-Rocker, mehr aber auch nicht. Bon Scott, der in den Texten hauptsächlich die gerade absolvierte Scheidung von seiner Frau Irene verarbeitet, agiert ebenfalls relativ zahm. Einzig das coole She's Got Balls und - mit Abstrichen - die Ballade Love Song (mit einem sehr seltsamen Intro) werden daher die Zeit überdauern.
Offiziell spielen Peter Clack und Robert Bailey noch in der Band, aber es ist ein offenes Geheimnis, dass George Young (der auch einige Gitarrenspuren einspielt) und weitere Session-Schlagzeuger wie John Proud im Studio für den richtigen Rhythmus sorgen. Und so kommt es, wie es kommen muss: Noch vor der australischen Veröffentlichung von High Voltage am 17. Februar 1975 fliegen Clack und Bailey bei AC/DC raus und werden durch den Bassisten Mark Evans (übrigens nicht verwandt mit dem früheren Sänger) und den Schlagzeuger Phil Rudd ersetzt. Es folgen Dutzende Konzerte auf Festivals und in Clubs. Allerdings findet eine Vielzahl der Gigs in AC/DCs Heimatstadt Melbourne statt. Nur vereinzelt geht es nach Sydney oder Canberra, und die große weite Welt, von der alle träumen, scheint immer noch unerreichbar weit weg.=====

Zweite Explosion Bearbeiten

TNT

Das Album T.N.T.

zu der 2 explosion haben alle gegenseitig gefickt und so ist zum Zum 2 mal alle shwTrost beschäftigen sich die Band-Mitglieder mit Drogen, Schnaps und Groupies, wobei sich Angus Young, der schon mit 18 dem Alkohol abgeschworen hat, am ehesten zurückhält und an neuen Stücken für das zweite Album feilt. Bon Scott ist in dieser Hinsicht jedoch von einem anderen Kaliber: Ob Schulmädchen oder schwergewichtige Matrone; seinem Charme kann keine widerstehen. Nicht selten wird der Sänger von wütenden Eltern oder sogar Ehemännern gejagt und verprügelt. Und das ist erst der Anfang: Sehr bald wird er noch mehr Damen vor seine hyperaktive Flinte bekommen...
1975 entsteht T.N.T. und zwar in mehreren Aufnahme-Sessions. Da High Voltage durch mehrere Single-Auskopplungen und diverse Auftritte in Fernsehshows inzwischen sogar Goldstatus erreicht hat, ist die Motivation der Musiker hoch. Die Band kennt sich gut, ist eingespielt, Phil Rudd knüppelt einen unwiderstehlichen Rhythmus und Bon Scott taut im Studio endgültig auf. Dazu kommt, dass die Young-Brüder auch kompositorisch einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Das mit Dudelsäcken veredelte und bereits 1975 als Single veröffentlichte It's A Long Way To The Top (If You Wanna Rock'n'Roll), Rocker, High Voltage, Live Wire und der in Teilen autobiografische Titel Song T.N.T. sind Hymnen für die Ewigkeit die für damalige Zeit zudem unglaublich hart und ungeschliffen daherkommen. Die Band nimmt außerdem Can I Sit Next To You Girl ein weiteres Mal auf - dabei verändert Bon Scott den Text.
Im Februar 1976 erblickt das Album das australische Licht und wird zu einem Riesenerfolg. AC/DC spüren im Kleinen, was die Beatles vor ihnen im Großen erlebt haben: Unter den Teenagern in Down Under bricht eine regelrechte Hysterie aus. Man braucht nicht viel Fantasie, um das Leuchten in den Augen von Bon Scott vorzustellen.

Europareise Bearbeiten

ACDC 76

1976 kommen endlich auch die Europäer in den Genuss von AC/DC.


Deutsche Premiere Bearbeiten

ACDC Germany

AC/DC in Deutschland.

Nach der Runer Club Marquee folgen. Dabei läuft nicht immer alles glatt: Bon Scott beschwert sich, dass in England mehr Kerle als junge Damen zu den Shows kommen und gerät immer wieder in Kneipenschlägereien.
Am 15. September 1976 tauchen AC/DC schließlich in der Fabrik in Hamburg auf und hinterlassen bei ihrem ersten Deutschlandbesuch eine beeindruckende Visitenkarte. Es soll nicht die einzige gute Show bleiben: Nach Auftritten in Köln, München und Duisburg ist klar, dass Deutschland ein gutes Pflaster für die Australier ist und bleiben wird.

Rockige Rüpeleien Bearbeiten

Dirty Deeds Done Dirt Cheap

Dirty Deeds Done Dirt Cheap.

ACDC Line-Up 77

Neues Line-up: (v.l.n.r.) Malcolm Young, Bon Scott, Cliff Williams, Angus Young und Phil Rudd.

Als Belohnung für die Mühe dürfen Angus und Co. im Herbst einige Gigs im Vorprogramm von Rainbow spielen, während sie in Australien ihr drittes Album Dirty Deeds Done Dirt Cheap veröffentlichen. Obwohl von den Fans damals dankbar aufgenommen, muss man rückblickend sagen, dass diese Scheibe nicht zu den Meisterleistungen der Australier gehört. Natürlich sind mit Problem Child, Ride On, Rocker und dem Titelstück echte Klassiker vertreten. Daneben haben sich allerdings noch einige Füller eingenistet. Nach Love At First Feel oder There's Gonna Be Some Rockin' kräht heute kein Hahn mehr.
Im Dezember folgt die Veröffentlichung in Europa, wobei einige Songs ausgetauscht und Reihenfolge verändert wird. So gibt es hierzulande statt Big Balls die Nummer Jailbreak zu hören. Gerüchten zufolge sollte anfangs auch das Stück I'm A Rebel, das aus der Feder von Alexander Young stammt, auf dem Album stehen. Letztlich fehlt es auf beiden Versionen und kursiert nur als Bootleg. Die deutsche Band Accept nimmt sich rund drei Jahre später dieses vergessene Juwel vor und macht es zu ihrer eigenen Hymne.

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